Seit meinem siebten Lebensjahr ist mir meine „Zugin“ ein treuer Begleiter und hat mir und auch so manchem Freund und Kollegen viel Freude und gesellige Stunden bereitet. Ich möchte Euch mein Istrument mal etwas genauer vorstellen.
Durch das Drücken eines Knopfes öffnet sich über ein Hebelsystem eine Klappe und die gewünschte Stimmzunge beginnt zu schwingen. Eine Tastenreihe entspricht immer einer bestimmten Dur. Auf meiner vierreihigen Zugin kann ich beispielsweise in der B-, ES-, AS- und DES-Dur musizieren. Da die Anordnung der Tasten keinem Notensystem entspricht, wird meistens nach „Gehör“, durch auswendig lernen der Griffe oder nach einem Griffschriftsystem gespielt. Wer lange genug übt und über ein gutes Gehör sowie die nötige Musikalität und Leidenschaft verfügt wird im Laufe der Jahre „eins“ mit seinem Instrument und kann sie wie seine eigene Stimme verwenden ohne lange über Griffe und Tastenkombinationen nachdenken zu müssen.
Zumeist werden auf der Ziehharmonika Stücke aus der traditionellen Volksmusik wie Polkas, Landler, Märsche und Boarische gespielt. Das Einzigartige an diesem Instrument ist, dass man sowohl alleine, zu zweit, mit einem Begleitinstrument (Gitarre, Harfe, Hackbrett, Bass …) oder auch in einer Tanzlmusikbesetzung (z.Bsp. zwei Flügelhörner, Klarinette, Posaune und Bass) musizieren kann.
Am besten ist es, ihr überzeugt Euch selbst einmal vom herzlichen und wohltuenden Klang der Ziehharmonika bei einem Auftritt des Heimatvereines Kleinarl, der Bergrettungs Tanzlmusik oder in einer geselligen Runde irgendwo in Kleinarl. Man sieht – oder besser gesagt hört sich.






Hallo Tanja!
Im östlichen Teil (Wien und Umgebung) sogar sehr viel auch in der Volksmusik (Schrammeln und so). Auch in der so beliebten Oberkrainermusik wird fast ausschließlich mit dem Akkordeon begleitet (mancher kennt das legendäre “Sagada-Sagada-Sagada”). Du bist also in bester Gesellschaft.
Natürlich wird auch in Österreich Akkordeon gespielt
Auf der Bassseite gibt es nur die jeweiligen Begleitbässe zur Diskantseite. Auf der ersten Bassleiste also jeweils der Grundbass und ein Begleitbass. Beim wechseln von Druck auf Zug bekommt man mit den gleichen Knöpfen statt der ersten- die fünfte Stufe. Es handelt sich also um ein ganz einfaches System, welches für die bei uns bodenständige Volksmusik aber bestens geeignet ist. Auf der zweiten Bassreihe gibt es einige Moll- und Übergansbässe, das ist aber von Instrument zu Instrument verschieden.
Grüße, Rupert